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15.10.2021

Von der Marmelade bis zum Insektenhotel

Schüler produzieren bei Projekttagen Selbstgemachtes/ Erlös ist für Flutopfer bestimmt

Cloppenburg (yhö) – Eigene Produkte herstellen, das konnten die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Oberschule Pingel Anton an drei Projekttagen vor den Herbstferien. Unter dem Motto „Wir für dich“ nähten, hämmerten und kochten die Jugendlichen was das Zeug hielt. Der Erlös aus dem Verkauf der Produkte soll den Flutopfern in Nordrhein-Westfalen zugutekommen.

Insgesamt aus sieben Projekten, die der Fachbereich „Arbeit, Wirtschaft und Technik“ auf die Beine gestellt hatte, konnten die Jungen und Mädchen wählen: So wurden Seifen hergestellt und kreativ gestaltet, fruchtige Marmelade aus frischen Früchten und interessanten Gewürzen gekocht, Herzkissen gegen den Schmerz und Kummer genäht, Papier geschöpft, um Briefkarten zu gestalten, Nistkästen für Vögel sowie Insektenhotels gebaut, kleine Give-aways zusammen gestellt und die entstandenen Produkte durch Plakate, Flyer und Mundpropaganda beworben.

Von der Vorbereitung bis zum fertigen Produkt dauert es seine Zeit – das lernten auch die Achtklässler an den drei Projekttagen. Während bei der Herstellung der Marmelade zunächst die Zutaten klein geschnitten und nach Rezept zusammengestellt werden mussten, durfte bei den Nistkästen erst einmal angezeichnet und das Holz auf Maß zugeschnitten werden. Sauberes Arbeiten und Genauigkeit waren gefordert – gar nicht so einfach. Auch die Bedienung der Nähmaschine stellte so manchen vor eine neue Herausforderung. Backmischungen im Glas? Schicht für Schicht mussten Zucker und Mehl in Gläser gefüllt werden, da kann man auch mal vergessen, die Waage wieder auf Null zu setzen und plötzlich muss gerechnet werden.

Einen Überblick verschaffen musste sich erst einmal die Projektgruppe „Marketing-Instrumente“: Was wird hier gemacht? Was kommt da so rein? Wie sieht das Produkt am Ende aus? Mit diesen oder ähnlichen Fragen zog die Gruppe von Raum zu Raum, um Näheres über die unterschiedlichen Produkte in Erfahrung zu bringen. Erst danach ging es an die Arbeit: Flyer und Plakate wurden erstellt, Preislisten gefertigt und schließlich in den Gebäuden der beiden Standorte der Oberschule Pingel Anton verteilt und angebracht.

Die tollen Ergebnisse der selbst erstellten Produkte konnten Lehrer und Schüler schließlich am Freitag nicht nur bewundern, sondern ebenfalls käuflich erwerben. Da war es auch nicht so schlimm, dass sich wohl mal ein Hersteller mit eigenem Namen auf dem Boden des Nistkastens verewigt hatte. Schüler und Lehrer spülten bereits gutes Geld in die Kasse. An den Elternsprechtagen vom 23. bis 25. November sollen dann auch Eltern und Erziehungsberechtigte die Möglichkeit haben, die erstellten Produkte käuflich zu erwerben.


22.09.2021

Schrecken im KZ wirkt nach - Zehntklässler der Oberschule Pingel Anton besuchen Gedenkstätte

Cloppenburg/ Bergen-Belsen (yhö) – Bergen-Belsen - so ähnlich muss man sich die Hölle vorstellen. Als britische Soldaten am Nachmittag des 15. April 1945 das Konzentrationslager Bergen-Belsen betraten, boten sich ihnen Bilder, die viele bis an ihr Lebensende verfolgten: bis auf die Knochen abgemagerte Frauen, Männer und Kinder zwischen herumliegenden Toten und Sterbenden, wimmernd vor Hunger, Durst und Schmerzen oder starr vor Auszehrung und Entsetzen. Verwesungsgeruch hing über dem Lager mit den verlausten Baracken, Typhus und Fleckfieber nisteten zwischen Kot und Unrat.

Heute, über 75 Jahre später, ist es sauber und aufgeräumt in diesem südöstlichen Teil der Lüneburger Heide: Birken, Kiefern und Wacholder über Grasland und Besenheide, keine einzige Baracke erinnert an das Grauen von einst. Die Erinnerung an die Hölle von Bergen-Belsen wird dennoch wachgehalten - besonders in dem großen Dokumentationszentrum, das seit 2007 tiefe Einblicke gewährt und das Leiden und Sterben in der Heide durch Namen, Gesichter und Zeitzeugenberichte anschaulich und konkret macht. Einen Eindruck davon konnten sich auch die Zehntklässler der Oberschule Pingel Anton machen, die die Gedenkstätte besucht haben.

Einen ehemaligen Viehwaggon besichtigen die Jugendlichen dort, aber auch über das ehemalige KZ-Gelände mit seinen Gräbern, Gedenksteinen und dem Appellplatz geht es für die Zehntklässler. „Als ich an den Massengräbern stand, habe ich eine Gänsehaut bekommen“, bringt ein Schüler der 10Rb auf den Punkt, wie es der Klasse in diesem Moment ergeht. „Dass vor mir mehr als 1000 Tote liegen, geht nicht in meinen Kopf. Wer waren sie? Wie waren ihre Namen? Wir haben so ein Glück, dass wir heute leben."

In der Ausstellung beschäftigen sich die Jungen und Mädchen mit der Geschichte des Lagers und inhaftierten Personen. Die Atmosphäre in der grauen, tunnelartigen Betonhalle, die nur durch eine Fensterfront an ihrem äußersten Ende einen Blick auf das frühere Lagergelände gewährt, ist düster und beklemmend. Dies empfinden auch die Zehntklässler der Oberschule Pingel Anton so. „Ich habe ein Bild gesehen, auf dem abgemagerte Leichen waren. Sie lagen einfach herum. das ist so heftig, dass Menschen in der Lage sein können, andere so zu behandeln. Niemand hat das verdient. Sie waren unschuldig“, drückt ein Zehntklässler seine Gefühle aus. Zum Lachen ist dort niemandem, denn es sind viele solcher Fotos, Videos, Filme und Interviews, die die Schüler in den Bann ziehen. Chronologisch geordnet nach den unterschiedlichen Phasen der Lagergeschichte.

Im Boden der Ausstellungshalle sind Lichtluken mit den Hinterlassenschaften der Häftlinge eingelassen: Schuhe, Brillen, Knöpfe, Blechnäpfe, Löffel. Die Fundstücke lassen erahnen, was sie ihren Besitzern bedeutet haben, andere Ausstellungsgegenstände führen die Gewalt des Lagerlebens vor Augen, zum Beispiel eine Rolle Stacheldraht. „Ich habe einen Kinderschuh gesehen. Einen Kinderschuh! Das löst Traurigkeit in mir aus und ich kann mir kaum vorstellen, was dieses Kind und die Eltern erleben mussten. Ich bin froh, dass ich eine friedliche und schöne Kindheit hatte.“

Nach dem Besuch der Dauerausstellung geht es am Abend schließlich mit dem Bus wieder zurück nach Cloppenburg. Manche lösen sich jetzt im Bus aus ihrer Beklemmung, machen Sprüche und lachen. Aber die Zehntklässler der Oberschule Pingel Anton ziehen auch ein klares Fazit: Es ist wichtig, dass wir hier waren, denn auch wenn ich es schon vorher interessant fand, habe ich hier erst wirklich begriffen, was der Nationalsozialismus angerichtet hat. Jeder sollte so eine Gedenkstätte in seinem Leben besucht haben! Dann wählen die Leute auch keine rechten Parteien mehr.

 Fotos: Mareke Seegers


01.07.2021

113 Jungen und Mädchen erhielten an der Oberschule Pingel Anton ihren Abschluss

Cloppenburg (yhö) – „Vor nunmehr fast 2182 Tagen standen viele von euch in dem schönen Gebäude gegenüber, an der Außenstelle unserer Schule, und waren gespannt wie ein Flitzebogen auf das, was da wohl so auf euch zukommen würde“, wusste Oberschuldirektor Johannes Bockhorst der Oberschule Pingel Anton zu berichten. Nun bekamen die Fünftklässler von einst ihre Abschlusszeugnisse. Mit einzelnen Feierstunden im Klassenverbund hat die Oberschule Pingel Anton ihre 113 Abschlussschüler verabschiedet.

In seiner Rede rechnete Bockhorst weiter vor: „Wenn man 30 Pflichtstunden pro Woche zur Grundlage nimmt und 40 Schulwochen rechnet, habt ihr hier in fünf Jahren 6000 und bei sechs Jahren sogar 7200 Unterrichtsstunden in der Schule verbracht. Wenn man pro Schuljahr für jeden von euch von 15 unterrichteten Fächern und nur von einem Durchschnitt von drei Klassenarbeiten pro Fach ausgeht, habt ihr in den Jahren hier etwa 270 Arbeiten geschrieben, wahrscheinlich mit unterschiedlichem Ausgang.“ Ganz schön viel.

Dabei hätten die Jugendlichen auch immer mal Fehler gemacht. Wobei: Ein Fehler sei die Abweichung eines Zustands, Vorgangs oder Ergebnisses von einem Standard, den Regeln oder einem Ziel. Viele Erfindungen seien durch Fehler erstanden, so seien weder der Käse noch die Röntgenstrahlen oder der Post-It bewusst erfunden worden. Deshalb: „Habt keine Angst vor Fehlern, geht mutig in die Welt hinaus und schätzt und pflegt Bewährtes“, forderte Bockhorst die Jugendlichen auf. „Das was gut war, darf auch gut bleiben, aber habt keine Angst, etwas Neues zu probieren, auch wenn es zunächst komisch oder vielleicht sogar falsch oder fehlerhaft erscheint.“

Dieses Jahr gab es keinen Auftritt der Schulband, stattdessen hat Musiklehrerin Anne Knabe-Spils mit einem kleinen Team aus Abschlussschülern den Kanon von Pachelbel sowie eine Eigenkreation auf Video eingespielt. Grußworte vom stellvertretenden Bürgermeister Hermann Schröer, dem katholischen Seelsorger Manfred Quatmann sowie dem evangelischen Pastor Andreas Pauly wurden wie schon im vergangenen Jahr als Videobotschaft auf einer Leinwand abgespielt.

Wichtig waren den Rednern die guten Wünsche. „Pandemie hin oder her, jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt und dafür wünsche ich euch alles Gute“, drückte Schröer sich deutlich aus. „Euch steht die Welt offen und ich würde mich freuen, wenn ihr die Chancen nutzt.“ Mutig, aber auch fair sollten die Abschlussschüler sein und an sich und ihre Fähigkeiten glauben. Dass die Jungen und Mädchen an einer wichtigen Weiche ihres Lebens stünden machte auch Quatmann deutlich und wünschte dafür alles Gute und Gottes reichen Segen. „Habt auch die Geduld und den Mut, Wege abzubrechen, wenn ihr merkt, das ist nicht der richtige Weg für mich“, riet Pastor Pauly. Gras wachse nicht schneller, wenn man am Halm ziehe, so brauche jeder seine eigene persönliche Reifungszeit.

Nach rund 45 Minuten waren die einzelnen Feierstunden vorbei. Den erweiterten Sekundarabschluss I und damit die Berechtigung das Gymnasium zu besuchen, erreichten insgesamt 37 Jugendliche, 37 Jungen und Mädchen schafften den Sekundarabschluss I Realschule, zwölf Mal wurde der Sekundarabschluss Hauptschule vergeben und 27 SchülerInnen erhielten den Hauptschulabschluss.

Als Jahrgangsbeste wurden bei den kleinen Feierstunden im Klassenverband Klara Hofmann (10Ha), Tom Pleyter (10Ra), Rike Ammerich (10Rb) und Nick Horn (10Rc) ausgezeichnet.

 Oberschuldirektor Johannes Bockhorst konnte in fünf Feierstunden die Abschlussschüler der Oberschule Pingel Anton verabschieden.

 

 Im Blumenmeer vor dem Schulgebäude (von links): Ines Morasch, Musiklehrerin Anne Knabe-Spils, Lea Maier und Jasmin Polinski spielen den Kanon von Pachelbel.

 

Interview einzelner Schüler:

 

 

 

 

 Ines Morasch (16), Cloppenburg:

 

Ich werde ein freiwilliges soziales Jahr im Krankenhaus machen, weil ich gerne mit Menschen arbeite und ihnen helfen möchte.

 

 

 

 

 

 Jonas Homberg (17), Cloppenburg:

 

Ich werde die Ausbildung zur Pflegefachkraft am St. Pius Stift und im Krankenhaus in Cloppenburg machen, weil ich den sozialen Beruf sehr mag.

 

 

 

 

Klara Hofmann (17), Cloppenburg:

 

Für mich geht es zur BBS am Museumsdorf, wo ich die Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin machen werde, um danach Erzieherin werden zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

Alexandru Negrota (16), Cloppenburg:

 

Ich möchte als Maurer arbeiten, meinen Realschulabschluss bekommen und irgendwann meine eigene Baufirma haben.

 


27.03.2021

Heute entspanne ich & mach das, was mir gefällt!

Frust-Frei-Tag an der Oberschule Pingel Anton.

 

Cloppenburg (yhö) – „Frust-Frei-Tag“ war am letzten Schultag vor den Osterferien an der Oberschule Pingel Anton in Cloppenburg angesagt – und das kam an.

Die aktuelle Situation in der Pandemie ist für alle eine sehr schwere Zeit. Besonders die Jüngeren leiden: Keine Schule, keine Treffen mit Klassenkameraden und Freunden, keine Freizeitangebote, sondern hauptsächlich zu Hause sein mit Homeschooling. Seit Weihnachten sind die Schüler ab Jahrgang 5 – ausgenommen die Abschlussklassen - im Landkreis Cloppenburg im Distanzunterricht und werden per Homeschooling unterrichtet. So auch an der Oberschule Pingel Anton. „Diese Situation kann für die Kinder und Jugendlichen sehr frustrierend sein“, wissen die Lehrer der Oberschule.

Mit dem „Frust-Frei-Tag“ sollte deshalb ein Zeichen gesetzt werden, Abwechslung entstehen und er sollte die Schüler für einen Tag die Pandemie vergessen lassen. Zudem wurden mit diesem besonderen Aktionstag die wohlverdienten Osterferien eingeläutet. Die Schüler sollten am Freitag entspannen und das tun, was ihnen Freude bereitet und guttut, ohne Homeschoolingaufgaben und Videokonferenzen. Und das taten sie! Unter dem Motto „Erlaubt ist, was Spaß macht und entspannt“ wurden Bilder gemalt, Osterdeko gebastelt, Klavier oder mit dem Haustier gespielt, gebacken, aber auch das schöne Wetter genutzt. Ob Fahrrad fahren, spazieren gehen oder Inline skaten, ein Besuch im Tierpark oder Holz hacken im eigenen Garten, das sonnige Wetter wurde für den „Frust-Frei-Tag“ genutzt.

„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, freut sich Sophia aus der 6Rb über die Aktion. „Ich hatte viel Zeit, meinem Hund neue Tricks beizubringen, viel spazieren zu gehen und eine Hundehütte zu bauen.“ Die Idee mit dem Frust-Frei-Tag finde sie einfach toll. Auch Klassenkamerad Lukas bestätigt: Ich fand es schön, dass es sowas gibt, weil man dann nicht die ganze Zeit am PC hängt und Hausaufgaben macht.

Die Kinder brauchten nach dieser langen Phase im Homeschooling und ohne Kontakt zu ihren Schulfreunden wieder ein positives Erlebnis im Zusammenhang mit der Schule“, erklärt Lehrerin Daniela Wiedeck als Mitorganisatorin des Tages. „Bei vielen hatte sich der „Frust“ breit gemacht, den es an diesem Tag zu bekämpfen galt.“ Die Ergebnisse, die auf der schuleigenen Homepage „gepostet“ werden konnten, zeigten, dass diese Aktion super bei den Schülern angekommen sei. „Es gab unglaublich viele unterschiedliche und durchweg positive Beiträge“, bestätigt auch Anne Faske, die zusammen mit Wiedeck den Tag ins Leben gerufen hatte. Sie kenne die Schüler zwar, aber hätte nicht erwartet, dass sie so talentiert, sportlich und kreativ seien. „Die Menge an Beiträgen und Reaktionen auf diese zeigen auch, dass die Schüler, genauso wie unsere Kollegen, es vermissen, miteinander zu interagieren und sich auszutauschen“, fasst Faske die Ergebnisse zusammen. Die Positivität sei ansteckend gewesen und etwas angestauter Pandemie-Frust habe abgebaut werden können.

Die Schüler der Oberschule Pingel Anton haben endlich wieder etwas gemeinsam getan, wenn auch jeder für sich. „Wir sind überwältigt von den vielen tollen Ergebnissen und danken unseren Schülern für ihr Engagement und die tollen Ideen“, resümieren die beiden Lehrerinnen Anne Faske und Daniela Wiedeck.

 


09.10.2020

Berufsorientierungswoche an der OBS Pingel Anton

Cloppenburg (yhö) - Mitmachen, Zuhören und Ausprobieren: Das alles stand im Mittelpunkt der Berufsorientierungswoche (BO-Woche) der neunten und zehnten Hauptschulklassen der Oberschule Pingel Anton. Unter dem Motto „Fit für den Beruf – Kennenlernen verschiedener Berufsfelder und deren Anforderungen“ bot sich den rund 70 Schülerinnen und Schülern eine abwechslungsreiche Woche.

„Nachdem zu einem recht frühen Zeitpunkt klar war, dass wir aufgrund der Pandemiesituation das dreiwöchige Betriebspraktikum nicht durchführen werden, gab es intensive Gespräche mit dem Leiter des Fachbereiches Wirtschaft, Timo Lübbe“, erklärte zweite Oberschulkonrektorin Wiebke Prüllage die Beweggründe zur BO-Woche. „Der Bereich Berufsorientierung liegt uns an der Oberschule Pingel Anton besonders am Herzen.“ Schon während des zweiten Halbjahres 2019/20 hätten viele wichtige Elemente, wie die Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen, nicht stattfinden können, deshalb suchten die Verantwortlichen nach einer Alternative. Mit den Projekttagen Berufsorientierung habe man eine praxisorientierte Möglichkeit gefunden, die Schüler bei ihrer Berufswahl zu begleiten und zu unterstützen.

Während die Agentur für Arbeit mit Material rund ums Thema Bewerbung die BO-Woche unterstützte, gab es von der Kreishandwerkerschaft Informationen über das Handwerk. Mit dem Konzept der „passgenauen Besetzung“ ist es Sigrid Tebben und ihrem Team ein Anliegen, vorhandene Ausbildungspotentiale zu nutzen und ihre Ausbildungsplätze passgenau und effizient zu besetzen. „Das Interesse der Schüler ist da“, freute sich Sozialpädagogin Hiltraud Weyel, die ebenfalls tatkräftig in der BO-Woche unterstützt hat. „Es gibt bereits Einzeltermine für Schüler, die ins Handwerk möchten.“ Doch auch der Vortrag des Deutschen Roten Kreuzes zur Ausbildung als Rettungssanitäter kam bei den Neunt- und Zehntklässlern an. „Die Woche hat mir gut gefallen, gerade die Vorträge des DRK und der Kreishandwerkerschaft waren sehr informativ“, fasste Ivan Jozic aus der 9Hb zusammen.

Höhepunkt der BO-Woche war für viele Schüler allerdings die Betriebserkundung. Die Neuntklässler führte es auf den Hof der Familie Klostermann in Warnstedt. „Der Bauernhof der Familie Klostermann hat mir sehr gut gefallen“, brachte es Maxim Meyer auf den Punkt. „Hier konnten wir einiges über die Arbeit des Landwirts erfahren!“ Für die zehnte Klasse ging es zu Landmaschinen Bruns. Auch hier konnten die Schüler bei der eineinhalbstündigen Führung viel mitnehmen.

„Es war eine rundum gelungene Woche mit sehr vielen unterschiedlichen Aspekten zur Berufsorientierung“, zog Timo Lübbe am Freitag Resonanz. „Sowohl die Betriebserkundungen als auch die Vorträge des DRK und der Kreishandwerkerschaft waren sehr informativ.“ Zudem hätten die Schüler viele Berufe kennen gelernt. Aber auch das Anfertigen einer Bewerbungsmappe und das Simulieren eines Vorstellungsgesprächs kamen bei den Schülern gut an. Eine Stärken-und Schwächen-Analyse mithilfe der Plattform CheckU der Agentur für Arbeit und die Auswertung dessen rundeten die BO-Woche ab. „Mit Sicherheit konnte die BO-Woche nicht das Praktikum ersetzen“, konstatierte Lübbe. „Dennoch war die Woche ein erster Anhaltspunkt für unsere Schüler zur Berufsfindung.“ Gerade der hohe Arbeitseinsatz der Klassenlehrer Katja Thieke, Timo Lübbe und Werner Sommer habe sehr zum Gelingen dieses „Experiments" beigetragen bestätigte auch Wiebke Prüllage.


20.04.2020

Schule hilft mit Schutzvisieren

Produkt aus dem 3D-Drucker geht an den Landkreis Cloppenburg

Cloppenburg (yhö) – Seit Anfang April laufen in der Oberschule Pingel Anton sechs 3D-Drucker auf Hochtouren. Masken, die die Übertragung des Coronavirus erschweren, sind nach wie vor rares Gut. Lehrer Jonas Dellwisch hat sich nach Absprache mit Oberschuldirektor Johannes Bockhorst zum Ziel gesetzt, zu unterstützen und druckt Schutzvisiere mit dem 3D-Drucker. Abnehmer ist der Landkreis Cloppenburg.

Ideengeber war ein Freund von Dellwisch. Schon seit dem letzten Schuljahr hat die Oberschule mit sechs 3D-Druckern einen kleinen Arbeitsplatz für digitale Erfinder eingerichtet. Finanziert wurde dies vom Förderverein und der Schule. Bereits im ersten Halbjahr hat der Lehrer für Physik, Mathematik und Informatik sich mit einem Wahlpflichtkurs Informatik der zehnten Klasse mit den Grundlagen für die Arbeit mit 3D-Druckern beschäftigt und an einem digitalen Zeichenprogramm gearbeitet. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres konnten die Schülerinnen und Schüler eigene dreidimensionale Modelle entwerfen und an die 3D-Drucker übergeben. Geplant war außerdem ein größeres Projekt.

Nun ist Dellwisch jedoch aus Gründen der Kontaktsperre und des Gesundheitsschutzes allein aktiv und setzt das Maskenprojekt ehrenamtlich in seiner Freizeit um. Nicht nur während der schulfreien Zeit, sondern auch während der offiziellen Osterferien sind so mittlerweile rund 150 Schutzvisiere entstanden. Sie sind denkbar einfach: Das eigentliche Schutzvisier besteht aus einer A4-Folie aus dem Bürobedarf. Mit den 3D-Druckern produziert er die orangefarbenen Halterungen. Das Grundmaterial dafür ist Filament. Der Kunststoff wird erwärmt und aus ganz dünnen Schichten, die übereinander gemalt werden, entstehen schließlich die gewünschten Strukturen.

Die Druckzeit beträgt etwa eineinhalb Stunden pro Maske. Dann müssen noch die Folien für die Befestigung zugeschnitten und angebracht werden. „Ich schaffe derzeit 15 bis 20 pro Tag“, so der 29-Jährige. Auch weil sie so simpel seien, könnten die Schutzvisiere schnell gereinigt und wieder benutzt werden. Die Schutzvisiere gehen an den Landkreis Cloppenburg. Oberschuldirektor Johannes Bockhorst hatte den Kontakt aufgenommen. „Der Landkreis verteilt die Schutzvisiere an verschiedene Stellen“, weiß Bockhorst. Ein erster Schwung sei beispielsweise an die Wertstoffhöfe und Sammelstellen gegangen. Es seit außerdem die Weitergabe an Cloppenburger Pflegeheime angedacht.

Neueste Idee des engagierten Lehrers ist ein Mundschutz. Einen ersten Entwurf hält er schon in den Händen. „Ich feile aber noch daran“, erklärt Jonas Dellwisch. „Wir können schon bald zu unserem eigentlichen Handwerk wieder übergehen“, stellt Bockhorst erfreut fest. „Doch auch dann helfen wir gerne weiter und stellen das Material von der Schule.“


29.02.2020

Rückblick: Tag der offenen Tür

Cloppenburg (yhö) – Viele Besucher lockte der Tag der offenen Tür an der Oberschule Pingel Anton in Cloppenburg am Samstag an. Den zukünftigen Fünftklässlern und ihren Eltern wurde die Vielfalt der Schule vorgestellt. Mit einer Laufkarte konnte der Standort am Galgenmoor erkundet werden, um eine Entscheidung für die Schullaufbahn zu treffen.

„Die gute Beteiligung unserer Schüler zeigt eine hohe Identifikation mit unserer Schule“ freute sich Ansgar Käsehage, der für den Übergang zwischen der Grundschule und der Oberschule Pingel Anton verantwortlich ist. „Die Schüler kommen gerne zu uns.“ Federführend hatte er den Tag der offenen Tür organisiert und bedankte sich schon im Vorfeld bei den vielen helfenden Schülern. Neben den zukünftigen Fünftklässlern fanden ebenfalls viele ehemalige Schüler den Weg zurück in ihre alte Lehrstätte. Gerne unterhielten sie sich mit ihren alten Lehrern über ihre Jobs und Zukunftsplanungen schauten, was sich über die Jahre verändert hatte.

Das vielfältige Schulleben konnte schließlich erleben, wer offenen Auges einen Rundgang durch die Klassenräume machte. Geordnet waren die Flure nach Fachbereichen. Außerdem stellten sich Gruppen, Projekte und AGs aus der Schule vor und gewährten unterschiedliche Einblicke in den Schulalltag. „Es gab Vieles zum Ausprobieren“, wusste Käsehage. „Die Freude und Spannung der Viertklässler waren deutlich zu sehen!“ Interessierte Eltern konnten sich beim Schulleiterteam über die Anmeldung ihrer Kinder sowie deren zukünftigen Stundentafeln informieren.

Einen großen Ansturm erfuhren wie schon in den vergangenen Jahren die Naturwissenschaften, so scharrten sich die Kinder im Physikraum um die von den Lehrkräften aufgebauten Experimentierstationen. Auch im Biologieraum gab es Einiges zu entdecken: Unterschiedliche Geräusche gab es über große „Kopfhörer“ auf’s Ohr, das Skelett und der Körperbau wurden erkundet und auch unter dem Mikroskop gab es so Manches zu sehen. Im Werkraum wurden Papierflieger gebastelt und bei den Textillehrern waren Kreativität und Fingerspitzengefühl gefragt. Zusammenarbeit war beim Sozialtraining ein Muss, Kalligraphie gab es beim Fach Deutsch, Vokabelspielchen mit Spiegelschrift und Videos kamen im Englisch- und Französischraum gut an, magnetische Bausteine, Kopfrechnen oder 221 stellten die Jungen und Mädchen beim Fach Mathematik auf die Probe. Beim Fach Geschichte gab es eine Ausstellung zu Inhalten von Klasse 5 und in Erdkunde forderte ein Quiz über Cloppenburg die Besucher heraus. Die neueste Technik in Form von 3D-Druckern konnte bei den Informatik-Lehrern bewundert werden, aber auch „der Meteorit Cloppenburg“ oder die ersten Versuche, auf Skiern zu stehen, zeigten die Vielfältigkeit der Oberschule Pingel Anton. Auspowern konnten sich die Jungen und Mädchen schließlich bei einem Bewegungsparcours, den die Sportlehrer in der Turnhalle aufgebaut hatten.

Schulleitung und Kollegium kam es beim Tag der offenen Tür auch darauf an, die besonderen Schwerpunkte der Schule sowie ihre Vielfalt vorzustellen. „Es gab gute Gespräche mit den Eltern und auch die Stimmung war gut“, resümierten Organisator Ansgar Käsehage und das Schulleiterteam um Oberschuldirektor Johannes Bockhorst.

Für den Hunger zwischendurch bot das Team für Deutsch als Zweitsprache unterschiedliche Länder-Spezialitäten und in der Mensa konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen auch ein Schwätzchen halten.